Methodik: Wie Wattvoll rechnet und prüft
Diese Seite legt offen, wie die Zahlen auf Wattvoll entstehen: die Rechenwege der kostenlosen Rechner, die Prüfregeln des PV-Index und die menschliche Gegenlese hinter jedem Artikel. Zitierformat und stabile Anker findest du auf der Seite Zitieren. Stand: 04.09.2026.
Grundsätze
- Geprüft & datiert statt „immer aktuell". Wattvoll verspricht keine Dauer-Aktualität. Jede Zahl trägt ihren Stand, und jedes Rechner-Ergebnis nennt seine Annahmen im selben Satz.
- Eine Zahlenwahrheit. Alle Rechner — die kostenlosen wie die im Mitgliederbereich — ziehen ihre Konstanten aus einer zentralen Wertedatei. Ändert sich ein Satz oder ein Preis, wird er an genau einer Stelle geändert; kein Rechner kann eine andere Zahl zeigen als ein anderer. Die Wertedatei wird quartalsweise gegen die Primärquellen geprüft.
- Primärquellen zuerst. Vergütungssätze kommen von der Bundesnetzagentur bzw. netztransparenz.de, Strompreise aus der BDEW-Strompreisanalyse, Ertrags- und Eigenverbrauchs-Spannen aus Veröffentlichungen von Fraunhofer ISE und HTW Berlin. Sekundärquellen dienen als Wegweiser, nicht als Beleg.
- Unsicheres wird zurückgestellt, nicht geschätzt. Beispiel: Eine Zubau-Kennzahl steht bewusst nicht im PV-Index, solange sich zwei Tabellen derselben amtlichen Quelle widersprechen.
- Jede Prüfung nennt ihre Fallzahl. Ein Wächter, der nichts geprüft hat, gilt nicht als bestanden — er meldet, dass er leer lief.
Die kostenlosen Rechner
Alle fünf Rechner laufen vollständig im Browser: keine Anmeldung, kein Cookie, nichts wird gespeichert oder an einen Server geschickt. Alle liefern Überschlagsrechnungen — sie ersetzen keine Fachplanung.
Spread-Rechner
Wert von 10 Prozentpunkten mehr Eigenverbrauch [€/a] = Jahresertrag × 0,10 × Spread ÷ 100
Der Spread ist eine Differenz aus zwei Zahlen des Nutzers, keine Prognose. Die einzige Vorbelegung sind Jahrgangs-Richtwerte der Einspeisevergütung (EEG-Vergütungstabellen); maßgeblich bleibt immer der Einspeisevertrag. Für Anlagen vor 2009 wird bewusst nichts vorbelegt — die Sätze waren jahrgangsscharf und zu unterschiedlich, um seriös zu raten.
Ü20-Quickcheck
Mehrwert Umrüsten [€/a] = Eigenverbrauch × (Strompreis − Anschlussvergütung) ÷ 100 − Messentgelt
Verglichen wird Umrüsten auf Eigenverbrauch gegen schlichtes Weiterlaufen als Volleinspeiser. Betriebskosten fallen in beiden Fällen an und kürzen sich in der Differenz heraus. Die Eigenverbrauchsquote steht bewusst am konservativen Ende der belegten Spanne (25 % von 25–35 % ohne Speicher, HTW Berlin) — ein kostenloser Rechner soll eher zu wenig versprechen. Anschlussvergütung nach § 23b EEG (belegter Referenzwert), Messentgelt max. 25 €/a nach § 32 MsbG.
Balkonkraftwerk-Rechner
Ersparnis [€/a] = Jahresertrag × 30 % Eigenverbrauch × Strompreis ÷ 100 · Einspeisung: 0 ct
Der Standort-Ertrag kommt aus einer Regionen-Tabelle nach PLZ-Leitziffer (Süd/~30–35°, Performance-Ratio bereits enthalten), erstellt aus PVGIS-, Fraunhofer-ISE- und DWD-Daten; Deutschland-Spanne rund 920–1.120 kWh/kWp, Genauigkeit ±~10 % gegenüber dem langjährigen Mittel. Der Montage-Faktor wird aus einer Ausrichtungs-/Neigungs-Matrix bilinear interpoliert (gegen den MCS-Standard MIS 3002 plausibilisiert) — dieselbe Matrix wie im Mitgliederbereich. Die Eigenverbrauchsquote von 30 % ohne Speicher ist ein Erfahrungswert (Spanne 25–40 %). Eingespeister Überschuss wird beim Balkonkraftwerk nicht vergütet und geht mit 0 ct ein.
Speicher-Check
Zuwachs Eigenverbrauch [kWh/a] = Jahresertrag × +30 pp (konservativ: +15 pp), gedeckelt durch den bisherigen Netzbezug
Amortisation [a] = Angebotspreis ÷ (Zuwachs × Spread ÷ 100) → gegen ~15 Jahre Lebensdauer
Der Check prüft ein Angebot zweifach: den Preis je Kilowattstunde gegen die Wirtschaftlichkeitsgrenze von 600 €/kWh (Finanztip; Marktschnitt installiert 400–800 €/kWh) und die Amortisation gegen die Lebensdauer. Der Eigenverbrauchs-Zuwachs kommt aus den HTW-Berlin-Spannen (ohne Speicher 25–35 %, mit Speicher 50–70 %): typisch +30 Prozentpunkte, konservativ +15 — beide Fälle werden ausgewiesen. Die ~15 Jahre Lebensdauer sind bewusst das obere Ende der Facherwartung (Produktgarantien meist 10 Jahre; eine RWTH-Feldstudie zeigt die Kalenderalterung als begrenzenden Faktor) — knappe Ergebnisse deshalb skeptisch lesen.
PV+Wärme-Rechner
WP-Strom = Heizwärme ÷ Feld-JAZ + Warmwasser ÷ (Feld-JAZ(WW) × 0,85)
Solare Deckung je Monat = min(PV-Ertrag, Strombedarf × Ertragsstunden ÷ 24) + Batterie-Beitrag
Der Rechner nutzt gemessene Jahresarbeitszahlen aus Bestandsgebäuden (Fraunhofer ISE, Projekt „WP-QS im Bestand", 2025: Luft/Wasser bei Fußbodenheizung ~3,7, bei Heizkörpern ~3,0, Warmwasser ~2,8; Sole/Wasser ~4,3 bei kleiner Stichprobe, gemessene Spanne 3,6–5,4) — keine Datenblatt-COPs. Die Bilanzgrenzen sind bewusst konsistent gewählt: Die aus dem Kesselverbrauch bestimmte Wärme ist eine Erzeuger-Abgabe (sie enthält die Verteil- und Speicherverluste des Bestandssystems bereits), deshalb wird der Heizpfad durch die Erzeuger-Feld-JAZ geteilt — nicht zusätzlich durch einen Systemverlust-Faktor, sonst zählten dieselben Verluste doppelt. Nur die Warmwasser-Zapfenergie (500 kWh je Person) wird durch die System-Arbeitszahl geteilt (Feldwert minus ~15 % Speicherverluste bis zur Zapfstelle, ebenfalls ISE-Messwert). Kessel-Nutzungsgrade kommen aus Feldstudien (DBU 2004, IWU 2002, Gas; Öl-Werte konservativ daraus abgeleitet), die Heizwärme wird über Gradtagszahlen auf die Monate verteilt, Warmwasser läuft konstant.
Die solare Deckung ist eine Monatsbilanz mit Gleichzeitigkeits-Begrenzung über Ertragsstunden (Ansatz nach Lichtmeß/Lavandier 2015, beschrieben im Bericht des Schweizer Bundesamts für Energie, Hall/Burger 2016): Direkt deckbar ist je Monat nur der Anteil des Strombedarfs, der in Stunden mit nennenswerter Einstrahlung anfällt. Die Ertragsstunden und PV-Monatsprofile haben wir selbst aus PVGIS-Stundendaten 2018–2020 (EU JRC) für drei Referenzregionen berechnet. Eine nackte Monatsdifferenz „Ertrag minus Verbrauch" würde die Deckung systematisch überschätzen — das ist der häufigste Fehler vereinfachter PV-Wärmepumpen-Rechner. Selbst genutzter PV-Strom geht mit der entgangenen Einspeisevergütung in die Betriebskosten ein (Opportunitätskosten, jahrgangsabhängig als Eingabe), nicht mit null. Gerechnet wird mit dem Haushaltsstrompreis; WP-Tarife und § 14a EnWG Modul 2 nennt der Rechner als Hinweis, weil sie einen separaten Zählpunkt und eine eigene Abwägung brauchen.
Der PV-Index
Der PV-Index sammelt zitierfähige PV-Kennzahlen mit Primärquelle, Geltungszeitraum und Stand — als HTML, JSON und CSV. Er wird monatlich nach festen Regeln geprüft:
- Jede Kennzahl braucht Wert, Einheit, Aussage, Zeitraum, Art (amtlich / veröffentlicht / eigene Berechnung), Quelle mit Link und Stand-Datum — fehlt ein Feld, schlägt die Prüfung fehl.
- Liegt die letzte Prüfung mehr als 35 Tage zurück, meldet der Prüflauf einen Fehler — das Versprechen „monatlich geprüft" wird technisch erzwungen, nicht nur behauptet.
- Ein Geltungszeitraum, der abgelaufen ist, gilt als Fehler, nicht als Hinweis.
- Alle Quellen-Links werden auf Erreichbarkeit geprüft.
Menschliche Prüfung der Artikel
Die Texte auf Wattvoll entstehen KI-gestützt und werden vor der Veröffentlichung fachlich geprüft — redaktionell verantwortlich ist Axel Klett (seit 2008 in der Solarbranche, 2009–2018 Inhaber eines PV-Installationsbetriebs). Konkret heißt das:
- Jeder Artikel führt ein Fakten-Register: pro Zahl die Aussage, die Quelle und der Prüfweg. Auf der Artikelseite ist es als Block „Zahlen & Quellen — geprüft" mit stabilen Ankern sichtbar.
- Veröffentlicht wird nur nach dokumentierter Gegenlese: Der Artikel wird Baustein für Baustein und Zahl für Zahl beurteilt; ohne diese Abnahme bleibt ein Entwurf unveröffentlicht — ohne Frist und ohne Automatismus. Das Prüfprotokoll wird aufbewahrt (Art. 50 KI-VO).
- Bilder und Audiofassungen sind als KI-generiert gekennzeichnet.
Fehler gefunden?
Wenn du eine Zahl findest, die der Primärquelle widerspricht, freuen wir uns über den Hinweis — Kontakt und Verantwortliche stehen auf der Seite Über Wattvoll, das Zitierformat auf Zitieren. Korrigiert wird an der zentralen Wertedatei, damit alle Rechner und Kapitel gemeinsam auf den neuen Stand kommen.