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Methodik: Wie Wattvoll rechnet und prüft

Diese Seite legt offen, wie die Zahlen auf Wattvoll entstehen: die Rechenwege der kostenlosen Rechner, die Prüfregeln des PV-Index und die menschliche Gegenlese hinter jedem Artikel. Zitierformat und stabile Anker findest du auf der Seite Zitieren. Stand: 04.09.2026.

Grundsätze

Die kostenlosen Rechner

Alle fünf Rechner laufen vollständig im Browser: keine Anmeldung, kein Cookie, nichts wird gespeichert oder an einen Server geschickt. Alle liefern Überschlagsrechnungen — sie ersetzen keine Fachplanung.

Spread-Rechner

Spread [ct/kWh] = Strompreis − Einspeisevergütung
Wert von 10 Prozentpunkten mehr Eigenverbrauch [€/a] = Jahresertrag × 0,10 × Spread ÷ 100

Der Spread ist eine Differenz aus zwei Zahlen des Nutzers, keine Prognose. Die einzige Vorbelegung sind Jahrgangs-Richtwerte der Einspeisevergütung (EEG-Vergütungstabellen); maßgeblich bleibt immer der Einspeisevertrag. Für Anlagen vor 2009 wird bewusst nichts vorbelegt — die Sätze waren jahrgangsscharf und zu unterschiedlich, um seriös zu raten.

Ü20-Quickcheck

Eigenverbrauch [kWh/a] = min(Jahresertrag × 25 %, Jahresverbrauch)
Mehrwert Umrüsten [€/a] = Eigenverbrauch × (Strompreis − Anschlussvergütung) ÷ 100 − Messentgelt

Verglichen wird Umrüsten auf Eigenverbrauch gegen schlichtes Weiterlaufen als Volleinspeiser. Betriebskosten fallen in beiden Fällen an und kürzen sich in der Differenz heraus. Die Eigenverbrauchsquote steht bewusst am konservativen Ende der belegten Spanne (25 % von 25–35 % ohne Speicher, HTW Berlin) — ein kostenloser Rechner soll eher zu wenig versprechen. Anschlussvergütung nach § 23b EEG (belegter Referenzwert), Messentgelt max. 25 €/a nach § 32 MsbG.

Balkonkraftwerk-Rechner

Jahresertrag [kWh/a] = Modulleistung [kWp] × Standort-Ertrag [kWh/kWp] × Montage-Faktor [%]
Ersparnis [€/a] = Jahresertrag × 30 % Eigenverbrauch × Strompreis ÷ 100 · Einspeisung: 0 ct

Der Standort-Ertrag kommt aus einer Regionen-Tabelle nach PLZ-Leitziffer (Süd/~30–35°, Performance-Ratio bereits enthalten), erstellt aus PVGIS-, Fraunhofer-ISE- und DWD-Daten; Deutschland-Spanne rund 920–1.120 kWh/kWp, Genauigkeit ±~10 % gegenüber dem langjährigen Mittel. Der Montage-Faktor wird aus einer Ausrichtungs-/Neigungs-Matrix bilinear interpoliert (gegen den MCS-Standard MIS 3002 plausibilisiert) — dieselbe Matrix wie im Mitgliederbereich. Die Eigenverbrauchsquote von 30 % ohne Speicher ist ein Erfahrungswert (Spanne 25–40 %). Eingespeister Überschuss wird beim Balkonkraftwerk nicht vergütet und geht mit 0 ct ein.

Speicher-Check

Preis je kWh = Angebotspreis ÷ nutzbare Kapazität → gegen Grenze 600 €/kWh
Zuwachs Eigenverbrauch [kWh/a] = Jahresertrag × +30 pp (konservativ: +15 pp), gedeckelt durch den bisherigen Netzbezug
Amortisation [a] = Angebotspreis ÷ (Zuwachs × Spread ÷ 100) → gegen ~15 Jahre Lebensdauer

Der Check prüft ein Angebot zweifach: den Preis je Kilowattstunde gegen die Wirtschaftlichkeitsgrenze von 600 €/kWh (Finanztip; Marktschnitt installiert 400–800 €/kWh) und die Amortisation gegen die Lebensdauer. Der Eigenverbrauchs-Zuwachs kommt aus den HTW-Berlin-Spannen (ohne Speicher 25–35 %, mit Speicher 50–70 %): typisch +30 Prozentpunkte, konservativ +15 — beide Fälle werden ausgewiesen. Die ~15 Jahre Lebensdauer sind bewusst das obere Ende der Facherwartung (Produktgarantien meist 10 Jahre; eine RWTH-Feldstudie zeigt die Kalenderalterung als begrenzenden Faktor) — knappe Ergebnisse deshalb skeptisch lesen.

PV+Wärme-Rechner

Nutzwärme (Kesselabgabe) = Brennstoffverbrauch × Feld-Nutzungsgrad (Gas brennwertbezogen)
WP-Strom = Heizwärme ÷ Feld-JAZ + Warmwasser ÷ (Feld-JAZ(WW) × 0,85)
Solare Deckung je Monat = min(PV-Ertrag, Strombedarf × Ertragsstunden ÷ 24) + Batterie-Beitrag

Der Rechner nutzt gemessene Jahresarbeitszahlen aus Bestandsgebäuden (Fraunhofer ISE, Projekt „WP-QS im Bestand", 2025: Luft/Wasser bei Fußbodenheizung ~3,7, bei Heizkörpern ~3,0, Warmwasser ~2,8; Sole/Wasser ~4,3 bei kleiner Stichprobe, gemessene Spanne 3,6–5,4) — keine Datenblatt-COPs. Die Bilanzgrenzen sind bewusst konsistent gewählt: Die aus dem Kesselverbrauch bestimmte Wärme ist eine Erzeuger-Abgabe (sie enthält die Verteil- und Speicherverluste des Bestandssystems bereits), deshalb wird der Heizpfad durch die Erzeuger-Feld-JAZ geteilt — nicht zusätzlich durch einen Systemverlust-Faktor, sonst zählten dieselben Verluste doppelt. Nur die Warmwasser-Zapfenergie (500 kWh je Person) wird durch die System-Arbeitszahl geteilt (Feldwert minus ~15 % Speicherverluste bis zur Zapfstelle, ebenfalls ISE-Messwert). Kessel-Nutzungsgrade kommen aus Feldstudien (DBU 2004, IWU 2002, Gas; Öl-Werte konservativ daraus abgeleitet), die Heizwärme wird über Gradtagszahlen auf die Monate verteilt, Warmwasser läuft konstant.

Die solare Deckung ist eine Monatsbilanz mit Gleichzeitigkeits-Begrenzung über Ertragsstunden (Ansatz nach Lichtmeß/Lavandier 2015, beschrieben im Bericht des Schweizer Bundesamts für Energie, Hall/Burger 2016): Direkt deckbar ist je Monat nur der Anteil des Strombedarfs, der in Stunden mit nennenswerter Einstrahlung anfällt. Die Ertragsstunden und PV-Monatsprofile haben wir selbst aus PVGIS-Stundendaten 2018–2020 (EU JRC) für drei Referenzregionen berechnet. Eine nackte Monatsdifferenz „Ertrag minus Verbrauch" würde die Deckung systematisch überschätzen — das ist der häufigste Fehler vereinfachter PV-Wärmepumpen-Rechner. Selbst genutzter PV-Strom geht mit der entgangenen Einspeisevergütung in die Betriebskosten ein (Opportunitätskosten, jahrgangsabhängig als Eingabe), nicht mit null. Gerechnet wird mit dem Haushaltsstrompreis; WP-Tarife und § 14a EnWG Modul 2 nennt der Rechner als Hinweis, weil sie einen separaten Zählpunkt und eine eigene Abwägung brauchen.

Grenzen aller Rechner: keine Verschattungs-Simulation, keine Stunden- oder Lastprofile, keine Steuer- oder Förderberatung. Der PV+Wärme-Rechner vergleicht nur Betriebskosten — Anschaffung, Förderung und Preispfade gehören in die vollständige Rechnung; seine Heizlast-Schätzung ersetzt keine Berechnung nach DIN EN 12831. Reale Erträge schwanken mit dem Wetterjahr. Für eine verbindliche Planung gehört ein Fachbetrieb an die Anlage.

Der PV-Index

Der PV-Index sammelt zitierfähige PV-Kennzahlen mit Primärquelle, Geltungszeitraum und Stand — als HTML, JSON und CSV. Er wird monatlich nach festen Regeln geprüft:

Menschliche Prüfung der Artikel

Die Texte auf Wattvoll entstehen KI-gestützt und werden vor der Veröffentlichung fachlich geprüft — redaktionell verantwortlich ist Axel Klett (seit 2008 in der Solarbranche, 2009–2018 Inhaber eines PV-Installationsbetriebs). Konkret heißt das:

Fehler gefunden?

Wenn du eine Zahl findest, die der Primärquelle widerspricht, freuen wir uns über den Hinweis — Kontakt und Verantwortliche stehen auf der Seite Über Wattvoll, das Zitierformat auf Zitieren. Korrigiert wird an der zentralen Wertedatei, damit alle Rechner und Kapitel gemeinsam auf den neuen Stand kommen.