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Speicher nachrüsten: AC- oder DC-gekoppelt — was zu deiner Anlage passt

Ein neuer Batteriewechselrichter von Kostal führt vor, worauf es beim Nachrüsten wirklich ankommt.

24. AUGUST 2026 · AKTUALISIERT 27. AUGUST 2026 · 4 MIN LESEZEIT · Wattvoll-Redaktion · Fachlich geprüft von Axel Klett
Wandmontierter Heimspeicher in einem hellen Hauswirtschaftsraum im Abendlicht (KI-generiertes Bild)
KI-generiertes Bild

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Kostal hat am 21. August 2026 den Plenticore BI 25 in den Verkauf gebracht — einen reinen Batteriewechselrichter, der Speicher von 5 bis 230 Kilowattstunden bedient (pv magazine, 21.08.2026). Mit 25 Kilowatt ist das Gerät für ein Einfamilienhaus deutlich zu groß. Interessant ist trotzdem seine Bauart, denn sie steht für genau die Frage, die sich jeder stellt, der einen Speicher nachrüsten will: AC- oder DC-gekoppelt?

Was AC- und DC-gekoppelt bedeutet

Der Unterschied liegt darin, an welcher Stelle die Batterie an deinem Hausstromkreis hängt.

  • DC-gekoppelt heißt: Batterie und Solarmodule teilen sich ein Gerät, den Hybridwechselrichter. Der Solarstrom fließt als Gleichstrom direkt in die Batterie und wird erst beim Entladen einmal in Wechselstrom umgewandelt.
  • AC-gekoppelt heißt: Die Batterie bekommt einen eigenen Wechselrichter und hängt hinter deinem vorhandenen PV-Wechselrichter am Wechselstromnetz des Hauses. Der Solarstrom wird also zweimal umgewandelt — einmal ins Hausnetz und einmal in die Batterie.

Auf dem Papier sieht das nach einem klaren Punktsieg für die DC-Variante aus. In der Praxis ist die Sache weniger eindeutig — dazu gleich mehr.

Beim Nachrüsten führt der Weg meist über AC

Wenn deine Anlage schon läuft, ist die Kopplungsart keine freie Wahl, sondern eine Kostenfrage. Ein DC-gekoppelter Speicher braucht einen Hybridwechselrichter — dein vorhandener Wechselrichter müsste also raus, obwohl er funktioniert. Dazu kommt: Ein Wechselrichtertausch ist eine Änderung an der Anlage und muss dem Netzbetreiber gemeldet und im Marktstammdatenregister nachgetragen werden.

Ein AC-gekoppelter Speicher lässt die bestehende Anlage unangetastet. Er kommt hinter den Zähler, der alte Wechselrichter bleibt, wo er ist. Deshalb sind Nachrüst-Speicher fast immer AC-gekoppelt. Umgekehrt gilt: Planst du Anlage und Speicher von vornherein zusammen, ist die DC-Variante der naheliegendere Weg, weil du dir ein Gerät sparst.

Was über die Effizienz wirklich entscheidet

Die zweite Umwandlung kostet Wirkungsgrad — das stimmt. Nur ist dieser Effekt kleiner als der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Gerät. Die HTW Berlin hat in der Stromspeicher-Inspektion 2026 (veröffentlicht am 05.03.2026, gemeinsam mit der HTW-Ausgründung aquu) zwölf Solarstromspeicher von zehn Herstellern im Labor vermessen und mit dem System Performance Index (SPI) bewertet — einer Kennzahl, die alle Verluste beim Laden, Speichern und Entladen zusammenfasst.

In der 10-Kilowatt-Klasse ging der Testsieg unter den AC-gekoppelten Geräten an den Plenticore G3 M 10 von Kostal mit der BYD Battery-Box Premium HVS 12.8 — mit einem SPI von über 95 Prozent und damit in der Effizienzklasse A. Der insgesamt effizienteste Speicher war der Hybridwechselrichter PQ-H3-Ultra-10.0 von Fox ESS mit der Batterie EQ3300-5: SPI 97 Prozent, laut HTW ein neuer Rekord. Das Schlusslicht des Vergleichs kam auf 89,3 Prozent und landete in Effizienzklasse G.

Zwischen bestem und schlechtestem System liegen laut HTW 200 Euro im Jahr. Zwischen den beiden Kopplungsarten liegt weit weniger.

Ein Grund für die Spreizung ist unspektakulär: der Bereitschaftsverbrauch. Die sparsamsten Systeme im Test ziehen im Stand-by 4 Watt, das ineffizienteste 64 Watt — rund um die Uhr, das ganze Jahr. Auch bei den 5-Kilowatt-Geräten setzte sich mit dem SAX Power Home Plus ein AC-gekoppeltes System an die Spitze. Die Kopplungsart ist also kein Qualitätsmerkmal. Das Datenblatt ist eins.

Worauf du im Angebot achtest

Drei Punkte, die in der Praxis mehr bringen als die AC-oder-DC-Debatte:

  • Nutzbarer Energieinhalt statt „Kapazität“. Seit November 2025 gilt die DIN VDE V 0510-200. Sie schreibt vor, dass auf dem Datenblatt der „nutzbare Energieinhalt der Batterie (DC)“ steht. Nennt ein Angebot nur eine „Kapazität“, frag nach — sonst vergleichst du zwei verschiedene Zahlen miteinander.
  • Stand-by-Verbrauch. Er steht selten im Angebot, macht aber über zwanzig Jahre einen spürbaren Teil der Verluste aus.
  • Ersatzstrom ist nicht Notstrom. Der Kostal BI 25 etwa kann dreiphasig bis 25 kVA ersatzversorgen — das ist eine eigene Funktion, die dein Speicher nicht automatisch mitbringt. Was der Unterschied im Blackout bedeutet, steht in unserem Beitrag Notstrom oder Ersatzstrom.

Fazit

Rüstest du nach, wird es in aller Regel ein AC-gekoppelter Speicher — nicht weil er technisch besser wäre, sondern weil er deinen funktionierenden Wechselrichter am Leben lässt. Baust du neu, spricht die einfachere Technik für einen Hybridwechselrichter. Die eigentliche Entscheidung fällst du danach: bei der Geräteauswahl. Ein Speicher der Effizienzklasse A verdient dir 200 Euro im Jahr mehr als das Schlusslicht — und diese Differenz gibt es in beiden Kopplungsarten.

Ob sich der Speicher überhaupt rechnet, ist die Frage davor. Die ehrliche Rechnung dazu steht in Lohnt sich ein Stromspeicher 2026?. Wie du ein Speicher-Angebot Position für Position prüfst, zeigen die Module im Mitgliederbereich.

Quelle & weiterführend: HTW Berlin — Stromspeicher-Inspektion 2026

Redaktionell verantwortlich: Axel Klett — seit 2008 in der Solarbranche, 2009–2018 Inhaber und Geschäftsführer der Kensys GmbH & Co. KG (rund 5.500 kWp selbst geplant und gebaut), heute Head of Inside Sales bei einem Hersteller von PV-Unterkonstruktionen. Mehr über Wattvoll und unsere Arbeitsweise →

Häufige Fragen

Kann ich einen Speicher an eine bestehende PV-Anlage nachrüsten?

Ja. In der Regel geschieht das AC-gekoppelt: Der Speicher bekommt einen eigenen Batteriewechselrichter und hängt hinter dem vorhandenen PV-Wechselrichter, die bestehende Anlage bleibt unverändert. DC-gekoppelt geht nur, wenn der vorhandene Wechselrichter gegen einen Hybridwechselrichter getauscht wird — dieser Tausch ist dem Netzbetreiber zu melden und im Marktstammdatenregister nachzutragen.

Ist ein DC-gekoppelter Speicher effizienter als ein AC-gekoppelter?

Nicht zwangsläufig. In der Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin (Stand 05.03.2026) erreichte in der 10-Kilowatt-Klasse das beste AC-gekoppelte System — Kostal Plenticore G3 M 10 mit BYD Battery-Box Premium HVS 12.8 — mit über 95 Prozent System Performance Index die Effizienzklasse A. Effizientester Speicher insgesamt war der Hybridwechselrichter Fox ESS PQ-H3-Ultra-10.0 mit der EQ3300-5 und 97 Prozent, das Schlusslicht des Vergleichs kam auf 89,3 Prozent. Der Abstand zwischen gutem und schlechtem Gerät ist damit größer als der zwischen den Kopplungsarten.

Welche Angabe muss seit der DIN VDE V 0510-200 auf dem Datenblatt stehen?

Die seit November 2025 geltende Vornorm DIN VDE V 0510-200 legt fest, dass für stationäre Batteriespeicher der „nutzbare Energieinhalt der Batterie (DC)“ anzugeben ist. Das macht Angebote vergleichbar — vorher wurden für den Energieinhalt sehr unterschiedliche Begriffe verwendet.

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