PV-Anlage aus der EEG-Förderung (Ü20): Was du 2026 tun solltest
Die 20-jährige Förderung läuft aus? Kein Grund zur Panik — sondern der Moment, deine Anlage klüger zu nutzen.

🎧 Lieber hören statt lesen? Dieser Beitrag, eingesprochen mit der KI-Stimme von Axel — KI-generiertes Audio.
2004 war ein Rekordjahr für Solaranlagen — und genau die kommen jetzt aus der 20-jährigen EEG-Förderung. Wenn deine Anlage „Ü20" wird, ändert sich nur eine Sache, aber die ist entscheidend: Die feste, hohe Einspeisevergütung fällt weg. Panik ist trotzdem fehl am Platz — deine Anlage produziert weiter sauberen Strom. Es geht nur darum, ihn ab jetzt klüger zu nutzen.
Was du nach dem Förderende bekommst
Für ausgeförderte Anlagen gibt es bis Ende 2032 eine Anschlussvergütung: den Jahresmarktwert Solar minus einer kleinen Vermarktungspauschale. 2025 waren das effektiv rund 3,79 Cent je Kilowattstunde — statt der 40 und mehr Cent, die es 2004 gab. Fürs bloße Weitereinspeisen bekommst du also nur noch wenig. Genau deshalb lohnt sich jetzt der zweite Blick.
Deine drei Optionen — und welche sich meist rechnet
- A — Weiterlaufen als Volleinspeiser: nichts tun, die magere Anschlussvergütung kassieren. Einfach, aber es holt am wenigsten raus.
- B — Auf Eigenverbrauch umrüsten: Ein Elektriker klemmt die Anlage so um, dass du deinen Strom zuerst selbst nutzt. Das ist meist der Gewinner — hier ist der Grund.
- D — Repowering: alte Module gegen neue, stärkere tauschen. Lohnt sich nur in Sonderfällen (Dachsanierung, Wärmepumpe, E-Auto geplant).
Warum Option B so stark ist: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den Netzpreis von rund 37 Cent — und kostet dich nur die entgangenen 3,79 Cent Anschlussvergütung. Dein Spread ist damit riesig, rund 33 Cent je Kilowattstunde. Paradox, aber wahr: Je kleiner deine Vergütung nach dem Förderende, desto mehr lohnt sich Eigenverbrauch.
Beispiel (fiktiv): Eine 5-kWp-Anlage von 2005 erzeugt rund 4.500 kWh im Jahr. Wer davon etwa ein Viertel selbst nutzt (rund 1.125 kWh), spart gegenüber dem reinen Weitereinspeisen rund 350 Euro im Jahr. Das einfache Umklemmen kostet oft nur 200 bis 600 Euro — es hat sich also in ein bis zwei Jahren gerechnet.
Die Reihenfolge, in der du vorgehst
Bevor du in Speicher oder neue Module investierst, hol dir die kostenlosen Prozentpunkte: Verschiebe große Verbraucher — Waschmaschine, Geschirrspüler, Warmwasser — in die Mittagssonne. Das kostet nichts und hebt deinen Eigenverbrauch spürbar. Erst danach lohnt der Blick auf einen Speicher, und der rechnet sich bei einem so großen Spread ohnehin eher als bei einer neuen Anlage.
Fazit: aus „Förderende" wird eine Chance
Das Ende der Förderung klingt nach Verlust, ist aber der Moment, in dem deine abbezahlte Anlage erst richtig für dich arbeitet — vorausgesetzt, du stellst auf Eigenverbrauch um. Rechne deinen Fall mit deinen Zahlen durch: Der kostenlose Ü20-Schnellcheck zeigt dir in zwei Minuten, ob sich das Umrüsten für deine Anlage lohnt. Wer alle vier Optionen samt Kosten und Fristen durchrechnen will, findet den vollständigen Optionsrechner im Weiterbetriebs-Check.
Quelle & weiterführend: netztransparenz — Jahresmarktwert & ausgeförderte Anlagen; § 25 EEG
Redaktionell verantwortlich: Axel Klett — seit 2008 in der Solarbranche, 2009–2018 Inhaber und Geschäftsführer der Kensys GmbH & Co. KG (rund 5.500 kWp selbst geplant und gebaut), heute Head of Inside Sales bei einem Hersteller von PV-Unterkonstruktionen. Mehr über Wattvoll und unsere Arbeitsweise →