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Sanierungsförderung 2026: Ohne erneuerbare Wärme gibt es keine Effizienzhaus-Stufe mehr

Seit dem 21. Juli 2026 setzt jede geförderte Effizienzhaus-Stufe mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme voraus — und bei zwei Stufen liegt der Zuschuss bei null.

11. AUGUST 2026 · AKTUALISIERT 27. AUGUST 2026 · 4 MIN LESEZEIT · Wattvoll-Redaktion · Fachlich geprüft von Axel Klett
Modernisiertes Einfamilienhaus mit Photovoltaik auf dem Dach und Luft-Wärmepumpe an der Fassade im Abendlicht (KI-generiertes Bild)
KI-generiertes Bild

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Wenn du 2026 über eine energetische Sanierung nachdenkst und dabei auf die KfW-Förderung schielst, hat sich für dich am 21. Juli 2026 etwas Grundsätzliches geändert. Die Sanierungsförderung 2026 im Programm „BEG Wohngebäude Kredit Effizienzhaus“ (Kredit Nr. 261) kennt keine reine Dämm-Förderung mehr: Jede förderfähige Effizienzhaus-Stufe verlangt jetzt entweder die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE) oder die Nachhaltigkeits-Klasse (NH). Wer die Gebäudehülle saniert, die alte Gasheizung aber stehen lässt, fällt aus der Förderung heraus.

Wir haben das nicht aus einer Meldung abgeschrieben, sondern im KfW-Merkblatt zum Kredit 261 nachgelesen (Stand 07/2026, gültig ab 21.07.2026). Hier sind die Zahlen, die wirklich drinstehen.

Was die EE-Klasse konkret verlangt

Das Merkblatt formuliert es klar: Das Erreichen einer Effizienzhaus-Stufe setzt voraus, dass erneuerbare Energien und/oder unvermeidbare Abwärme mindestens 65 Prozent des Energiebedarfs erbringen, der für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes nötig ist. Die NH-Klasse ist der zweite Weg dorthin — sie setzt ein Nachhaltigkeitszertifikat nach dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude voraus.

Gefördert werden seither nur noch diese Stufen, und zwar ausschließlich in der EE- oder NH-Variante:

  • Effizienzhaus 40 EE oder 40 NH
  • Effizienzhaus 55 EE oder 55 NH
  • Effizienzhaus 70 EE oder 70 NH
  • Effizienzhaus 85 EE oder 85 NH
  • Effizienzhaus Denkmal EE oder Denkmal NH

Der frühere Extra-Bonus von 5 Prozentpunkten für die EE-Klasse ist im Zuge der Reform entfallen. Das klingt nach Verschlechterung, ist aber vor allem eine Umbuchung: Was früher ein Bonus war, ist jetzt Eintrittskarte.

Die ehrliche Zahl: bei zwei Stufen gibt es null Zuschuss

Der Tilgungszuschuss ist der Teil des Kredits, den du nicht zurückzahlen musst — das ist das eigentliche Fördergeld. Laut Merkblatt sieht er so aus:

  • Effizienzhaus 40 EE: 10 Prozent
  • Effizienzhaus 55 EE: 5 Prozent
  • Effizienzhaus Denkmal EE: 5 Prozent
  • Effizienzhaus 70 EE: 0 Prozent
  • Effizienzhaus 85 EE: 0 Prozent

Ehrliche Antwort also: Wer auf Effizienzhaus 70 oder 85 saniert, bekommt kein geschenktes Geld, sondern nur einen zinsverbilligten Kredit über bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. Das kann sich trotzdem lohnen, wenn dein Hausbankzins deutlich darüber liegt — aber es ist eine Finanzierung, keine Förderung im Wortsinn. Rechne mit dem Zinsvorteil, nicht mit einem Zuschuss.

Aufstocken lässt sich das über Zusatz-Boni: Die NH-Klasse hebt den jeweiligen Prozentwert um 5 Prozentpunkte an, ein „Worst Performing Building“ — also ein energetisch besonders schlechtes Gebäude — bringt 10 Prozentpunkte obendrauf. Der WPB-Bonus gilt allerdings nur für die Stufen 70 EE, 55 und 40; für Effizienzhaus 85 gibt es ihn nicht. Getrennt davon werden Fachplanung und Baubegleitung mit 50 Prozent bezuschusst, bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis 10.000 Euro pro Vorhaben.

Was das für dich heißt, wenn du PV und Wärmepumpe planst

Die 65-Prozent-Regel ist in der Praxis eine Wärmepumpen-Regel. Gasbetriebene Wärmeerzeuger sind in diesem Programm ausdrücklich nicht förderfähig; nur Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien zählen. Wenn du also ohnehin über den Heizungstausch nachdenkst, ist die Reihenfolge jetzt vorgegeben: erst die Wärmeversorgung klären, dann die Hülle rechnen — nicht umgekehrt.

Für deine Photovoltaik ist dieses Programm dagegen nicht der Weg. Der Kredit 261 zielt auf Gebäudehülle und Wärmeversorgung; die PV-Anlage rechnet sich über Eigenverbrauch und Einspeisung, nicht über die Effizienzhaus-Stufe. Der sinnvolle Zusammenhang ist ein anderer: Eine Wärmepumpe hebt deinen Stromverbrauch deutlich an, und genau das macht eigenen Solarstrom wertvoller — im Winter allerdings nur zu einem kleinen Teil. Wie stark der Effekt bei dir ausfällt, hängt an Heizlast und Vorlauftemperatur; dazu findest du die Rechenwege in unseren Mitglieder-Modulen und im Beitrag Heizen mit PV.

Wichtig für die Planung: Die Heizungsförderung als Zuschuss (BEG Einzelmaßnahmen) ist ein eigener Topf mit eigener Systematik — die haben wir in Wärmepumpe Förderung 2026 aufgeschlüsselt. Für dieselben förderfähigen Kosten kannst du nicht zweimal kassieren, deshalb gehört die Aufteilung vor den Antrag, nicht danach.

Fazit

Die Sanierungsförderung 2026 ist enger und ehrlicher geworden: Ohne mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme läuft nichts mehr, und in den beiden mittleren Stufen gibt es statt Zuschuss nur noch günstiges Geld. Drei Dinge solltest du mitnehmen. Erstens: Der Antrag muss vor Vorhabensbeginn über einen Finanzierungspartner bei der KfW liegen — wer zuerst baut, hat die Förderung verloren. Zweitens: Zwischen Effizienzhaus 70 und 55 liegen 5 Prozentpunkte Zuschuss, das ist der Punkt, an dem sich Rechnen wirklich lohnt. Drittens: Die KfW hat weitere Anpassungen zum 1. Februar 2027 angekündigt, danach halbjährlich. Wenn dein Vorhaben ohnehin ansteht, ist Warten keine erkennbar bessere Strategie.

Alle Werte in diesem Beitrag stammen aus dem KfW-Merkblatt „Kredit Nr. 261 — BEG Wohngebäude Kredit Effizienzhaus“, Stand 07/2026, gültig ab 21.07.2026. Stand dieses Beitrags: 11.08.2026.

Quelle & weiterführend: KfW — Merkblatt Kredit Nr. 261, BEG Wohngebäude Effizienzhaus (Stand 07/2026)

Redaktionell verantwortlich: Axel Klett — seit 2008 in der Solarbranche, 2009–2018 Inhaber und Geschäftsführer der Kensys GmbH & Co. KG (rund 5.500 kWp selbst geplant und gebaut), heute Head of Inside Sales bei einem Hersteller von PV-Unterkonstruktionen. Mehr über Wattvoll und unsere Arbeitsweise →

Häufige Fragen

Wie viel erneuerbare Wärme verlangt die EE-Klasse in der KfW-Sanierungsförderung?

Mindestens 65 Prozent. Laut KfW-Merkblatt zum Kredit 261 (Stand 07/2026, gültig ab 21.07.2026) setzt das Erreichen einer Effizienzhaus-Stufe voraus, dass erneuerbare Energien und/oder unvermeidbare Abwärme mindestens 65 Prozent des Energiebedarfs für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erbringen. Alternativ führt die Nachhaltigkeits-Klasse (NH) mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude zum Ziel.

Wie hoch ist der Tilgungszuschuss bei der Sanierung zum Effizienzhaus 2026?

Effizienzhaus 40 EE: 10 Prozent, Effizienzhaus 55 EE: 5 Prozent, Effizienzhaus Denkmal EE: 5 Prozent, Effizienzhaus 70 EE und Effizienzhaus 85 EE: jeweils 0 Prozent. Die NH-Klasse erhöht den jeweiligen Wert um 5 Prozentpunkte, der Bonus für ein Worst Performing Building um 10 Prozentpunkte — letzterer gilt nur für die Stufen 70 EE, 55 und 40, nicht für Effizienzhaus 85. Der Kredit beträgt maximal 150.000 Euro pro Wohneinheit.

Kann ich die Gasheizung behalten und trotzdem die Sanierungsförderung bekommen?

Nein. Seit dem 21.07.2026 werden nur noch Effizienzhaus-Stufen mit EE- oder NH-Klasse gefördert, und gasbetriebene Wärmeerzeuger sind im Programm ausdrücklich nicht förderfähig. Ohne eine Wärmeversorgung, die mindestens 65 Prozent erneuerbar ist — oder ohne Nachhaltigkeitszertifikat — gibt es für die Sanierung der Gebäudehülle keine Effizienzhaus-Förderung mehr.

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